Bundesfinanzhof 2015

03/2015
Dieses Jahr kommen wichtige Entscheidungen auf uns zu ... Werbungskosten, Gewerbesteuer, Krankheit, Fahrten zu wechselnden Betriebsstätten u. v. m.

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Gewerbesteuer als Betriebsausgabe bei der Einkommensteuer
Insbesondere für kleine und mittelständische Einzelunternehmen wäre es eine enorme Entlastung, wenn der Bundesfinanzhof das Abzugsverbot wieder aufhebt und so zur gesetzlichen Regelung vor das Jahr 2008 zurückkehrt.

Werbungskostenabzug für die Behandlung eines „Burn-Out“
Krankheitskosten können steuermindernd als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn sie zur Behandlung einer typischen Berufskrankheit aufgewandt werden. Der Bundesfinanzhof wird entscheiden, ob auch die Behandlung eines Burn-Out auf den Beruf zurückzuführen ist. Andernfalls sind die Kosten nur als außergewöhnliche Belastung abzuziehen, wobei die zumutbare Eigenbelastung bleiben wird.

Werbungskostenabzug für Zuzahlungen zu einem Firmenwagen
Stellt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen auch für private Fahrten zur Verfügung, kann der Steuerpflichtige in Abweichung zur 1 %-Methode den geldwerten Vorteil mit den tatsächlich auf die Privatfahrten entfallenden Aufwendungen ansetzen, wenn er ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch führt. Fraglich ist, wie die Zuzahlung des Arbeitnehmers in der Steuererklärung zu behandeln ist. Kann er diese als Werbungskosten geltend machen?


Verfassungsmäßigkeit der Kürzung von Krankheitskosten um zumutbare Belastung
Die Einkommensteuer wird auf Antrag ermäßigt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands erwachsen (außergewöhnliche Belastungen). Inwieweit die Grenze der zumutbaren Eigenbelastung gesetzlich richtig ist, wird der Bundesfinanzhof in diesem Jahr entscheiden.

Besteuerung Alleinerziehender; Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen
Werden Alleinerziehende in Zukunft steuerlich entlastet? Werden Sie vom Splittingtarif profitieren können? Dies und die zumutbare Eigenbelastung bei Alleinerziehenden wird der Bundesfinanzhof entscheiden..

Einkommensteuerschuld des Erblassers als Nachlassverbindlichkeit
Einkommensteuerschulden des Erblassers können vom Erben als Nachlassverbindlichkeiten abgezogen werden. In dem Revisionsverfahren II R 45/13 ist insoweit u.a. zu klären, ob es für die Höhe der abziehbaren Nachlassverbindlichkeiten auf die tatsächlich festgesetzte oder die materiell zutreffende Einkommensteuerschuld ankommt.

Einkommensteuer: Zum Abzug selbst getragener Krankheitskosten (FG)
Krankheitskosten, die der Versicherte selbst trägt, um in den Genuss einer Beitragsrückerstattung seiner Krankenversicherung zu kommen, sind weder Sonderausgaben noch außergewöhnliche Belastungen.

Streitig war, ob Krankheitskosten, die der Steuerpflichtige zur Erlangung einer Beitragsrückerstattung seiner Krankenversicherungen selbst getragen hat, als Sonderausgaben bzw. außergewöhnliche Belastungen berücksichtigungsfähig sind. Das Finanzamt versagte den Sonderausgabenabzug, da es sich begrifflich nicht um Beiträge handele. Auch ein Abzug als außergewöhnliche Belastungen komme nicht in Betracht. Da die Kläger freiwillig auf die Geltendmachung der Erstattung verzichtet hätten, seien die Aufwendungen nicht zwangsläufig entstanden.



Einkommensteuer: Fahrten zu ständig wechselnden Betriebsstätten bei Selbständigen (BFH)
Der BFH hat entschieden, dass Fahrtkosten eines Selbständigen zu ständig wechselnden Betriebsstätten, denen keine besondere zentrale Bedeutung zukommt, mit den tatsächlichen Kosten und nicht nur mit der Entfernungspauschale abzugsfähig sind (BFH, Urteil v. 23.10.2014). Inwieweit  dies in der Praxis nachweisbar und anwendbar ist, bleibt abzuwarten.

Gerne beraten wir Sie im Rahmen der Optimierung Ihrer Fahrtkosten bzw. der Fahrtkosten Ihrer Mitarbeiter.


 
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